Für Lehrkräfte & Schulteams

Barrierefreie Dokumente für den Unterricht

Arbeitsblätter, Präsentationen und PDFs, die wirklich jede und jeder lesen kann – unabhängig von Sehkraft, Lesetempo oder Hilfsmittel. Klartext zeigt, wie das im Schulalltag ohne großen Mehraufwand gelingt.

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Warum das Thema jede Lehrkraft betrifft

Barrierefreiheit ist kein Extra für einzelne Fälle, sondern betrifft in fast jeder Klasse mehrere Schüler:innen gleichzeitig – oft, ohne dass es auf den ersten Blick sichtbar wird.

Ein Arbeitsblatt mit schwachem Kontrast, verschachtelten Tabellen oder Bildern ohne Beschreibung ist für manche Schüler:innen einfach nur mühsam. Für andere ist es eine echte Barriere: Menschen mit Sehbeeinträchtigung, mit Legasthenie, mit motorischen Einschränkungen oder mit wenig Übung in der Unterrichtssprache stoßen dabei schnell an Grenzen. Ein gut strukturiertes, klar formatiertes Dokument hilft allen – nicht nur einer einzelnen Gruppe.

Jede Klasse ist betroffen

In den meisten Schulklassen gibt es mindestens eine Schülerin oder einen Schüler mit einer diagnostizierten Lese-Rechtschreib-Schwäche – viele weitere Kinder profitieren zusätzlich von klar strukturierten Materialien, ohne dass eine Diagnose vorliegt.

Der gute Teil: Die wichtigsten Verbesserungen lassen sich meist direkt in den Programmen umsetzen, die im Schulalltag ohnehin genutzt werden – ganz ohne Zusatzsoftware oder großen Zeitaufwand.

Sechs Prinzipien für barrierefreie Materialien

Diese Grundsätze lassen sich auf Arbeitsblätter, Präsentationen und PDFs gleichermaßen anwenden.

Klare Struktur

Echte Überschriften statt fett formatiertem Fließtext – so lassen sich Dokumente per Screenreader oder Inhaltsverzeichnis navigieren.

Starker Kontrast

Text und Hintergrund deutlich voneinander abgesetzt – wichtig für Sehbeeinträchtigungen, Bildschirmqualität und den Ausdruck in Schwarz-Weiß.

Alternativtexte

Jedes bedeutungstragende Bild bekommt eine kurze Textbeschreibung, damit Screenreader-Nutzer:innen die Inhalte ebenfalls erfassen können.

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Lesbare Schrift & Größe

Gut lesbare Schriftarten in ausreichender Größe, mit genug Zeilenabstand – mindestens 12–14 pt für gedruckte Arbeitsblätter.

Einfache Sprache

Kurze Sätze, vertraute Wörter, wenig Fachjargon – das entlastet alle Schüler:innen und nicht nur jene mit Sprachförderbedarf.

Tastatur- & Screenreader-tauglich

Digitale Dokumente lassen sich vollständig per Tastatur bedienen und mit Vorlesesoftware in sinnvoller Reihenfolge erfassen.

Checkliste fürs nächste Arbeitsblatt

Vor dem Verteilen oder Hochladen kurz durchgehen – die meisten Punkte sind in wenigen Minuten erledigt.

  • Formatvorlagen statt manueller Formatierung für Überschriften und Absätze verwendet.

  • Alle Bilder und Grafiken haben einen kurzen, sinnvollen Alternativtext.

  • Schriftgröße mindestens 12–14 pt, ausreichender Zeilenabstand (mind. 1,15).

  • Kontrastprüfung zwischen Text- und Hintergrundfarbe durchgeführt.

  • Farbe nicht als einziger Träger von Information genutzt (z. B. bei Korrekturmarkierungen).

  • Tabellen einfach gehalten, mit klaren Spaltenüberschriften statt verschachtelter Zellen.

  • Sprache geprüft: kurze Sätze, geläufige Wörter, Fachbegriffe kurz erklärt.

  • PDF-Export geprüft: Lesereihenfolge, Tags und Dokumenttitel stimmen.

Werkzeuge, die im Schulalltag helfen

Meist reicht die Software, die ohnehin schon im Einsatz ist – ergänzt um ein bis zwei kostenlose Prüf-Tools.

Barrierefreiheitsprüfung in der Textverarbeitung

Die integrierte Prüfung in gängigen Office-Programmen findet fehlende Alt-Texte, schwachen Kontrast und Strukturprobleme automatisch.

Kontrast-Checker

Kostenlose Online-Tools zeigen in Sekunden, ob eine Text-Hintergrund-Kombination ausreichend Kontrast bietet.

Screenreader zum Gegentesten

Ein kurzer Test mit der im Betriebssystem eingebauten Vorlesefunktion deckt viele Strukturprobleme sofort auf.

Vorlagen mit sauberen Formatvorlagen

Ein einmal barrierefrei aufgesetztes Arbeitsblatt-Template spart bei jedem weiteren Dokument wertvolle Zeit.

Starten Sie mit dem nächsten Arbeitsblatt

Sie müssen nicht alles auf einmal umsetzen. Schon zwei oder drei Punkte aus der Checkliste machen einen spürbaren Unterschied für Ihre Klasse.